"Ja, Du kannst" - Das Familiencoachprojekt

ESF

Ziele:

Das vorrangige Ziel des Projektes ist es, verfestigte Langzeitarbeitslosigkeit von Mitgliedern in Bedarfsgemeinschaften durch modellhaftes Familiencoaching aufzulösen und dabei alle Fähigkeiten von langzeitarbeitslosen Müttern und Vätern, die zur Strukturierung eines selbstbestimmten Lebens nötig sind, gemeinsam zu stärken und zu festigen.

Gerade Eltern haben eine Vorbildfunktion für Ihre Kinder. Kinder von langzeitarbeitslosen Eltern erleben aber häufig, dass Bedürftigkeit und die Abhängigkeit von staatlicher Unterstützung scheinbar unabänderliche Merkmale des Lebens sind. Dem soll hier entgegengewirkt werden. Denn Kinder profitieren immer von einer positiven Veränderung der Lebensbedingungen ihrer Eltern.
Konkret will das Projekt den Teilnehmenden,

  • den (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern oder
  • eine berufliche Ausbildung oder Umschulung vermitteln
  • eine zeitliche Erweiterung ihrer aktuellen Erwerbstätigkeit erreichen oder
  • helfen, derzeitig ausgeübte Nebentätigkeiten in Vollzeitjobs zu wandeln

Dabei geht es vor allem darum, eine existenzsichernde und auskömmliche Beschäftigung zu realisieren und damit nachhaltig Teilhabe am Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft zu ermöglichen.

Projektinhalte:

Häufig stehen verschiedene Gründe einer Beschäftigungsaufnahme von erwerbsfähigen Leistungsberechtigten nach dem SGB II entgegen. Mit dem Familiencoaching soll die Bedarfsgemeinschaft ganzheitlich betrachtet werden, um so die gesamte Lebenssituation (individuell und strukturell) in den Fokus zu nehmen. Vor diesem Hintergrund erfolgt eine systemische Beratung aller Mitglieder einer Bedarfsgemeinschaft, um auf diese Weise gemeinsame Perspektiven zu entwickeln. Bei der familienorientierten Beratung, wird das soziale Netzwerk der Teilnehmenden in den Aktivierungs-, Stabilisierungs- und Vermittlungsprozess mit einbezogen. Durch modellhaftes Familiencoaching, Bildung und thematische Angebote sollen die Teilnehmenden sich Wissen und Fertigkeiten aneignen und erweitern, um ihre berufliche Integration und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben gleichberechtigt zu initiieren und durchzusetzen.

Mit dem familienorientierten Ansatz gilt es:

  • die komplexen Problemlagen langzeitarbeitsloser Leistungsberechtigter ganzheitlich in den Blick zu nehmen und zu strukturieren
  • Lösungswege aufzuzeigen
  • Entscheidungshilfen zu geben
  • Mut zu machen
  • die Selbsthilfekräfte und Eigenverantwortung aufzubauen und zu fördern.

Das beschäftigungsorientierte Fallmanagement des Jobcenters soll durch das Familiencoaching ergänzt werden. Folgende Aspekte sind dabei handlungsleitend:

  • Erschließen der Potenziale der Betroffenen, Erschließen der familiären und nachbarschaftlichen Ressourcen
  • Vermittlung unterstützender Angebote durch Einbindung des Fallmanagements in vorhandene Netzwerke (Sozialraum-Team, Begegnungszentrum, Beratungsstellen)
  • Begleitung/ Betreuung von Familien, die allein nicht in der Lage sind, gezielt unterstützende Angebote zu finden und zu nutzen (Ermöglichung sozialer Teilhabe)
  • Erkennen und Abbauen von Problemlagen
  • Erschließen der Familie für institutionalisierte Hilfeprozesse (z.B. Hilfeplankonferenzen des Sozialraumteams)
  • Ausrichtung und Verknüpfung des Hilfeprozesses mit der (Weiter)Entwicklung und Festigung der Integrationsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt

Aktivitäten und Ergebnisse

Projektablauf:

PHASE 1 - EINSTIEG

  • persönliche Gespräche mit allen Mitgliedern der Bedarfsgemeinschaft im Büro, bei Bedarf und auf Wunsch auch bei der Bedarfsgemeinschaft zu Hause zur Klärung der privaten und beruflichen Situation
  • Ermittlung des (vorrangigen) Handlungsbedarfs
  • Sicherung der Kinderbetreuung bzw. der Pflege von Angehörigen
  • Gewinnung eines ganzheitlichen Bildes der Lebenslage der Projektteilnehmenden wie z.B. Klärung der Betreuungssituation von Kindern, Sorgerechtsfragen, psychische Problemlagen, soziale Integration, eventuelle Verschuldung etc.

PHASE 2 - AKTIVIERUNG

  • Tagesablauf strukturieren
  • eigene Lebensplanung überprüfen
  • bei der Klärung und Sicherung der materiellen Situation unterstützen
  • über Rechte und Pflichten beraten
  • Familienpotentiale erkennen und aktivieren
  • Ursachen für Ausgrenzung besprechen
  • informell erworbenes Wissen einbeziehen
  • Angebote für Kinder organisieren helfen (Nachhilfeunterricht, Freizeitangebote, Betreuungsangebote…)
  • Kompetenzbilanzierung

PHASE 3 - STABILISIERUNG
Die Stabilisierung ist ein integrativer Bestandteil aller im Projekt durchgeführten Angebote. Zudem wird durch regelmäßige Kontakte das Erlernte nachhaltig gefestigt. (Individualisierte Vorgehensweise)

  • Informationsveranstaltungen (Vorträge zu gesunder Ernährung, Prävention…)
  • Stärkung der Beschäftigungsfähigkeit
  • betriebliche Erprobung
  • Jobtraining
  • Bewerbungsaktivitäten
  • Nebenjob
  • bürgerliches Engagement
  • systematisches Problemlösen

PHASE 4 - INTEGRATION

  • Akquisition von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen
  • individuelle Bewerbungen/Bewerbungstraining
  • Bewerbungscoaching
  • betriebliche Trainingsmaßnahme/Praktikum
  • begleitende Qualifizierung
  • Unterstützung beim Einstieg/Übergang ins Berufs-/Ausbildungsleben
  • Sensibilisierung von Arbeitgebern für Langzeitarbeitslose
  • weiterführende Angebote (Umschulung, Qualifizierung)

PHASE 5 - NACHHALTIGKEIT

  • Begleitung in der Einarbeitungsphase bzw. zum Ausbildungsbeginn
  • sozialpädagogische Intervention
  • Verhinderung von Beschäftigungs-/Ausbildungsabbrüchen
  • Herstellen von stabilen sozialen Verhältnissen im familiären und sozialen Umfeld

Besonderheiten

Mit dem Familiencoaching wird die Bedarfsgemeinschaft ganzheitlich betrachtet. Bislang ist der Beratungsprozess im Jobcenter grundsätzlich nicht auf eine ganzheitliche Beratung von Familien ausgelegt, sondern auf die Beratung und Betreuung der einzelnen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ausgerichtet. Dabei entstehen Schnittstellen, die in der Praxis häufig zu Reibungsverlusten führen.

Finanzierung

Projektförderung. gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales Mecklenburg-Vorpommern

 

  • Familiencoach auch für alleinerziehende Mütter/ Väter

Ziel:

Individuelle Beratung und Coaching von Alleinerziehenden zur besseren Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt und zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.


Zielgruppe:

Das Projekt richtet sich an alleinerziehende Mütter und Väter, die motiviert sind, sich den Anforderungen des Arbeitslebens unter Berücksichtigung der Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben zu stellen.


Inhalt:

Die Integration in den 1. Arbeitsmarkt soll durch folgende erweiterte Handlungsansätze erreicht werden:

  • persönliche Einzelgespräche
  • Analyse individueller Bedürfnisse
  • gezielte Beratung und Begleitung
  • Unterstützung und gemeinsames Erarbeiten von Lösungsstrategien
  • Vermittlung zu Beratungsstellen und Hilfsangeboten
  • Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung (Bewerbungstrainings, Praktika, Projekte etc.)
  • Angebote für Ihre Gesundheit

Wir unterstützen bei:

  • der beruflichen Orientierung
  • der Ermittlung notwendiger Qualifizierungsbedarfe
  • der Kontaktvermittlung zu Arbeitgebern
  • Antragstellungen
  • der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • der Suche von Kinderbetreuungsmöglichkeiten